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Festsitzung Gemeinderat 1951

Festsitzung des Gemeinderats 1951

Ausstellung "Demokratie in Ulm: 75 Jahre Ulmer Gemeinderat 1946"

Logo "75 Jahre Demokratie in Ulm"

2021 steht Ulm ganz im Zeichen der Demokratie: Zum 75. Jahrestag der ersten Gemeinderatswahl nach Krieg und Zerstörung begeht die Stadt Ulm dieses Jubiläum mit einem Themenjahr unter dem Titel "Zuhören. Mitreden. Gestalten. 75 Jahre Demokratie in Ulm". Zahlreiche städtische und nicht-städtische Akteure bringen sich darin mit unterschiedlichen Aktionen, Programmpunkten und Bildungsangeboten ein.

Am 26. Mai 1946 fanden in Ulm, das zu den größeren Städten in der amerikanischen Zone gehörte, die ersten freien Gemeinderatswahlen nach Nationalsozialismus und Krieg statt, und am 6. Juli 1946 wurden die feierliche Einsetzung und die Konstituierung des neugewählten Ulmer Gemeinderates vollzogen.13 Jahre zuvor war die kommunale Selbstverwaltung durch die nationalsozialistischen Machthaber unmittelbar nach deren Machtübernahme vernichtet worden, wobei der Gemeinderat der Weimarer Republik von der NSDAP zur Selbstauflösung genötigt wurde. Das nationalsozialistische "Führerprinzip" ersetzte freie Wahlen und repräsentative Demokratie. Die Abschaffung der Demokratie endete auch in Ulm in Krieg und Zerstörung.

13 Jahre später wollten die Ulmerinnen und Ulmer den Neuanfang. Die überwältigende Mehrheit von ihnen gab bei der ersten Gemeinderatswahl ihre Stimme ab. Die damalige Wahlbeteiligung von 74,8 Prozent wurde bis zum heutigen Tag nicht wieder erreicht. Dies darf bei allem Vorbehalt als ein beeindruckendes Zeugnis der Zustimmung der Ulmer Bevölkerung zum neuen politischen System gewertet werden. Deutschland gilt heute als eine der stabilsten Demokratien Europas. Von 1946 zu den 1968ern bis hin ins wiedervereinigten Deutschland begann ein Wandlungsprozess, den der Heidelberg Geschichtsprofessor Edgar Wolfrum als "Geglückte Demokratie" bezeichnete. Hier spielte die kommunale Selbstverwaltung als "Schule der Demokratie" eine maßgebliche Rolle.

Das Themenjahr will den Anlass feiern, sich im Erreichten vergewissern, und gleichzeitig der Herausforderungen für die Demokratie gewahr werden. Die Ausstellungen, Vorträge, Kulturprojekte, Aktionstage sowie Bildungsangebote laden über das ganze Jahr verteilt zu einer differenzierten Auseinandersetzung mit dem Thema (Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen) ein. Nicht zuletzt möchte das Jubiläum die Ulmer Stadtgesellschaft aktivieren, im demokratischen Selbstverständnis zuzuhören, mitzureden und mitzugestalten.

Das Haus der Stadtgeschichte - Stadtarchiv Ulm beteiligt sich mit einer Ausstellung, die die Zerschlagung der kommunalen Demokratie durch die Nationalsozialisten, Krieg und Zerstörung, Befreiung, Nachkriegsnot, die ersten Oberbürgermeister, demokratische Öffentlichkeit, Wahlen und Parteien, Frauen in der Stadtpolitik und neue Formen gelebter Demokratie thematisiert und die schwierigen demokratischen Anfänge in Ulm lebendig werden lässt. Die Ausstellung war vom 6. Juli bis 15. September 2021 im Schwörhaus zu sehen und wird weiterhin auch online (unten stehende Links zu den einzelnen Themenbereichen) präsentiert.