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Das Ende der Reichsstadtzeit

Bayerns Friedens- und Freundschaftsvertrag mit Frankreich vom August 1801 folgte im Mai 1802 eine Vereinbarung über Entschädigungen für verlorene linksrheinische Gebiete. Zu den vorgesehenen Kompensationen gehörte auch Ulm mit seinem Territorium. Im August desselben Jahres einigten sich die reichsstädtischen Gesandten auf dem Städtekonvent in Ulm, eine gewaltsame Inbesitznahme der Städte geschehen zu lassen. Die offizielle Inbesitznahme Ulms durch Bayern erfolgte Ende November durch den Generalkommissär Freiherrn von Hertling durch das vom Kurfürsten unterzeichnete Besitznahme-Patent vom 28. November 1802, nachdem bereits Ende August bayerische Truppen in ulmisches Territorium einmarschiert waren. Das Augustinerchorherrenstift zu den Wengen wurde nach dem Übergang zu Bayern säkularisiert. Mobilien und der Kirchenschatz wurden veräußert, die Klostergebäude danach als Kaserne genutzt (1803-1919). Das Deutschordenshaus ging 1806 in bayerischen Staatsbesitz über. Der bereits 1800 begonnene Abbau der Bastionärsbefestigung aus dem 17./18. Jahrhundert wurde bis auf den mittelalterlichen Mauerring unter bayerischer Herrschaft fortgesetzt, nur für kurze Zeit 1805 unterbrochen.