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Kirchen und Klöster

Prägten die Stadtansicht von außen vor allem die Befestigungsanlagen, so galt dies im Inneren der Stadt vor allem für die Kirchen und kirchlichen Einrichtungen. Das Münster, dessen Grundsteinlegung im Jahr 1377 stattfand, wurde 1405 geweiht. Den zu diesem Zeitpunkt noch unvollendeten Bau führte man bis 1543 fort, doch erst im 19. Jahrhundert, nach über dreihundertjähriger Unterbrechung, brachte man ihn mit der Vollendung des westlichen Münsterturms nach alten Plänen zum Abschluss. Auch Klöster sowie Kloster- bzw. Pfleghöfe, die auswärtigen Klöstern als Sammelstelle für Abgaben und als Ort des Warenhandels dienten, bestimmten das Erscheinungsbild, wenngleich deren Anzahl durch die Reformation reduziert wurde: Von den Klöstern konnten schließlich nur noch das Wengenstift und die Deutschherrenkommende ihre Existenz innerhalb der Stadtmauern behaupten. Das westlich ans Münster angrenzende Barfüßerkloster etwa wurde einem neuen Zweck zugeführt und beherbergte in nachreformatorischer Zeit mit der Lateinschule (später Gymnasium bzw. Gymnasium academicum) die oberste Bildungseinrichtung der Stadt. An der Stelle des ehemaligen Dominikanerklosters wurde 1621 die Dreifaltigkeitskirche fertig gestellt. Das Sammlungsstift, eine angesehene und einflussreiche klosterähnliche Frauengemeinschaft, befand sich über Jahrhunderte in der Frauenstraße. Es wurde 1536 in ein evangelisches Damenstift umgewandelt und existierte noch bis 1808.