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Entsorgungs- und Versorgungseinrichtungen

Das Wachstum der Stadt zwang auch zu einem Ausbau der Entsorgungs- und Versorgungseinrichtungen. Offene Kanäle sorgten schon im 17./18. Jahrhundert für eine Entwässerung in Donau, Blau oder Stadtgraben. Die um 1830 begonnene Kanalisation der Altstadt wurde 1869 abgeschlossen. Für die Entwässerung der nördlichen Neustadt konnte ein vorher erstellter Gesamtplan zugrunde gelegt werden.
Etliche Brunnen- und Pumpwerke hinter der Stadtmauer hatten die Stadtbrunnen mit Quell-, Grund- und Blauwasser versorgt. Der steigende Bedarf führte zur Planung einer zentralen Wasserversorgung. Mit dem Erwerb der Weiherbachquelle bei Herrlingen, konnte sie 1873 in Betrieb genommen werden. Da die Schüttung nachließ, wurde 1886-1888 im kleinen Lautertal der sogenannte Kalte Brunnen nutzbar gemacht. Über eine gusseiserne Leitung wurde das Wasser von dort in ein Reservoir im Gaswerk und von dort mit durch Dampfmaschinen angetriebenen Pumpen in die höheren Stadtteile und einen Hochbehälter am Michelsberg gefördert.
Zur Erzeugung von Gas zur Straßenbeleuchtung wurde 1857 das Gaswerk am Neutor errichtet, das zuerst aus Holz und ab 1864 aus Steinkohle Gas erzeugte.
Elektrischen Strom erhielt Ulm erstmals 1895 aus der „Dampf-Centrale-Olgastraße“, die von der Elektrizitäts-Gesellschaft - vormals Schuckert & Cie - betrieben wurde. Der Vertrag dieser Gesellschaft mit der Stadt von 1894 sah auch den Betrieb einer Straßenbahn vor, die 1897 eröffnet wurde. 1899 begann die Lieferung von Strom aus dem Wasserkraftwerk Illerzell. Am 1. April 1905 erwarb die Stadt das Elektrizitätswerk und betrieb es ab diesem Zeitpunkt in eigener Regie.