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Zuständigkeit und Aufgaben

Registraturschrank der Patrizierfamilie Krafft im Lesesaal

© Stadtarchiv Ulm

Historischer Registraturschrank der Patrizierfamilie Krafft im Lesesaal

Das Haus der Stadtgeschichte - Stadtarchiv Ulm ist „Gedächtnis der Verwaltung" sowie zentrale Anlaufstelle für Forschungen zur städtischen Geschichte. Die gesetzlichen Aufgaben des Stadtarchivs umfassen die Bewertung und Übernahme von Unterlagen zur Ulmer Geschichte mit bleibendem Wert (einschließlich elektronischer Unterlagen), deren dauerhafte und sichere Verwahrung, konservatorische Behandlung, Erschließung, Zugänglichmachung und Bereitstellung, die Erteilung von Auskünften, die Erforschung der Stadtgeschichte sowie die Beratung von städtischen Stellen bei der Verwaltung ihrer Unterlagen. Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem auch die schriftliche und bildliche Dokumentation der Stadtentwicklung und des Stadtbildes, die Förderung von Forschungen zur Ulmer Stadtgeschichte sowie die historische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit.

Das Haus der Stadtgeschichte – Stadtarchiv Ulm ist die einzige Kultureinrichtung der Stadt Ulm, die auf einem gesetzlichen Pflichtauftrag beruht. In § 7 (Kommunales Archivgut) Absatz 1 des Gesetzes über die Pflege und Nutzung von Archivgut in Baden-Württemberg (Landesarchivgesetz Baden-Württemberg) heißt es dazu: „Die Gemeinden und Landkreise verwahren, erhalten und erschließen Unterlagen von bleibendem Wert im Sinne von § 2 Abs. 3 mit den entsprechenden Amtsdrucksachen als Archivgut in eigenen Archiven; sie sollen das Archivgut nutzbar machen.“ Dies bedeutet, dass Gemeinden und Landkreise verpflichtet sind, Archive einzurichten und durch geeignete fachliche Betreuung sicherzustellen, dass Unterlagen von bleibendem Wert gemäß Landesarchivgesetz als Archivgut erhalten, erschlossen und nutzbar gemacht werden.

Das Haus der Stadtgeschichte - Stadtarchiv Ulm zählt zu den bedeutendsten deutschen Stadtarchiven und verwahrt die Überlieferung zur Geschichte Ulms seit seinen Anfängen, darunter 6.000 lfd. Meter Akten, mehr als 10.000 reichsstädtische Urkunden seit dem 12. Jahrhundert, eine geschlossene Serie der Ratsprotokolle seit dem Jahr 1501, eine weltweit einmalige Sammlung gotischer Münsterrisse sowie ca. 150.000 Fotografien und ca. 450.000 Negative. Die historischen Bestände und die Dauerausstellung sind im Schwörhaus (mit Magazin im Weinhof 15) untergebracht, die neueren Aktenbestände in der Außenstelle Pionierkaserne.

Das Haus der Stadtgeschichte präsentiert im Gewölbesaal des Schwörhauses eine Stadtgeschichtliche Dauerausstellung und thematisch orientierte historische Wechselausstellungen, veröffentlicht Publikationen zur Geschichte von Stadt und Region (Veröffentlichungen), stellt archivpädagogische Angebote für Schülerinnen und Schüler bereit (Archivpädagogik) und organisiert Veranstaltungen und Projekte zur historischen Öffentlichkeitsarbeit und Ulmer Stadtgeschichte.

 

© Haus der Stadtgeschichte - Stadtarchiv Ulm

Der Film wurde im Auftrag des Hauses der Stadtgeschichte - Stadtarchiv Ulm von der Firma protel Film und Medien GmbH Ulm aus Anlass des 500-jährigen Jubiläums des Stadtarchivs im Jahr 2015 produziert.

Am 18. Juli 1515 beauftragte der Rat der Stadt Ulm den Registrator Peter Mann mit der Ordnung und Erschließung der städtischen Privilegien, Kaufbriefe und Verträge. Damit wollte der Rat der zunehmenden Unübersichtlichkeit der Ulmer Archivbestände entgegenwirken, die neben dem Kanzleiarchiv im Rathaus auf mehrere Standorte aufgeteilt waren. Bereits seit 1504 hatte eine Ratsdeputation vergeblich versucht, ein rasches Wiederfinden wichtiger Schriftstücke und Urkunden zu gewährleisten. Die Einstellung von Peter Mann führte schließlich zum Erfolg. Mit ihm wurde erstmals eine eigene fachliche Betreuung für das Ulmer Archiv eingerichtet, dessen schriftlich belegte Geschichte hiermit vor 500 Jahren begann. Bereits drei Jahre später, 1518, konnte ein Register der im Steuerhaus verwahrten Urkunden vorgelegt werden. Dieser Registerband ist erhalten geblieben und wird als „Repertorium 1“ im Stadtarchiv Ulm verwahrt. Heute ist das Haus der Stadtgeschichte – Stadtarchiv Ulm eine moderne Dienstleistungseinrichtung. Als Gedächtnis der Stadt sowie zentrale Anlaufstelle für Fragen und Forschungen zur Ulmer Geschichte sorgt es für die Erforschung der Stadtgeschichte Ulms, betreibt historische Bildungsarbeit und vermittelt Identifikation mit der Stadt und ihrer Geschichte. Im Kern erfüllt das Haus der Stadtgeschichte aber noch immer die gleichen Aufgaben wie vor 500 Jahren, die Ordnung, Erschließung, Erhaltung und Sicherung der städtischen Archivbestände, auch wenn diese künftig in elektronischer Form als Bits und Bytes gespeichert sein werden.